Trump 24/7, „Blockiererin“ Bas, Ökonomie der Menschlichkeit

Shownotes

Vergangene Woche stürmte der 31-jährige Cole Tomas Allen das Hilton in Washington, Schauplatz des White House Correspondents' Dinner. Meckel und Matthes diskutieren die Flut an Verschwörungstheorien im Netz, Trumps „Agenda-Setting“ – und warum der Austritt der Vereinigten Arabischen Emirate aus OPEC und OPEC+ dafür das jüngste Beispiel ist.

Im zweiten Block geht es um SPD-Chefin und Arbeitsministerin Bärbel Bas, die am Montag auf der Klausurtagung der SPD-Landesgruppe NRW die Bundesregierung scharf kritisierte. Handelsblatt-Chefredakteur Sebastian Matthes regt das auf: „Bas fordert Vision, hat aber selbst keine.“

Zum Schluss geht es um einen Begriff, der aktuell die ökonomische Debatte prägt: Ghost GDP – Wachstum, das in Statistiken erscheint, aber sich nicht in Lohn verwandelt. Brauchen wir, wie Elon Musk zuletzt auf X forderte, ein bedingungsloses Grundeinkommen? Und wenn Maschinen die Arbeit von Anwälten und Finanzspezialisten übernehmen – werden Pflege und Beziehungsarbeit dann wieder wichtiger?

Moderiert von Miriam Meckel und Sebastian Matthes

Produziert von Jan Menzel


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Transkript anzeigen

00:00:02: Ich wundere mich, in welcher Blase Berbel-Bars unterwegs ist.

00:00:06: Sie verwechselt also die Vergangenheit mit der Zukunft?

00:00:13: Hallo und herzlich willkommen zu Meckel & Mattes!

00:00:15: Ich bin Sebastian Mattes

00:00:17: Und ich bin Miria Meckele.

00:00:19: Sebastian, Tag der Arbeit Feiertag.

00:00:21: erst am Mai arbeitest du?

00:00:22: Ich arbeite in der Tat.

00:00:24: Buchschreiben

00:00:25: Buch schreiben, das ist schöne Arbeit.

00:00:27: Nicht dass die andere Arbeit nicht schön wäre, aber das kann ich nachvollziehen.

00:00:30: Das ist ja so an der Grenze zwischen Selbstverwirklichung und Arbeit.

00:00:33: Und Sonntagsdienst?

00:00:34: Also es kommt alles zusammen.

00:00:36: Okay dann hast du ja so ein richtig schön großes Wochenende anders als alle anderen!

00:00:39: Wenn ich jetzt also sagen würde in einer Reform des Arbeitsrechts sollten wir den einen oder anderen Feiertag abschaffen.

00:00:45: Werder erste Mai eine auf den Du verzichten würdest...

00:00:47: Wir können darüber diskutieren ob es wirklich der erste Mai sein sollte oder irgendein anderer Feiertag.

00:00:53: Welche andere?

00:00:53: Ist mir eigentlich egal, ich habe darüber noch nicht nachgedacht aber ich finde die Diskussion richtig und ja wir sollten ein Feiertage streichen.

00:01:00: allerdings stört mich an dieser Diskussion ganz ehrlich dass wir dann da oft enden.

00:01:06: eigentlich müssen wir über ganz andere Reformen sprechen.

00:01:08: deswegen ja Feiertagsstreichen.

00:01:10: Wir müssen über ganz andere Veränderungen im Wirtschaftssystem, im Steuersystem, im Arbeitsrecht sprechen.

00:01:15: Ich glaube es war Nicola Leibinger-Kammeler die den Ostermontag ins Gespräch gebracht hat und da habe ich so gedacht das wäre ein Feiertag der man streichen könnte.

00:01:24: Zumal wenn man mal länger in USA gelebt hat oder in Asien haben das ja alles nicht.

00:01:28: Da gibt es wenn überhaupt einen Feiertage aber gar keine zwei und wir haben schon relativ viele.

00:01:33: und jetzt werden uns wahrscheinlich vor allem mich einige hier hassen wenn sie das hören.

00:01:37: Ich muss ehrlich sagen, ich glaube das könnte man tun.

00:01:39: Das wären kleine Schritte die aber doch ganz große Wirkung hätten.

00:01:43: Was machst du morgen am Tag der Arbeit?

00:01:45: Ich werde morgen meinen Vater besuchen am Tag des Arbeits.

00:01:48: Es hat nichts mit Arbeit zu tun, aber ich nutze die Möglichkeit und sehe Freunde.

00:01:53: Ich werde auch ein bisschen arbeiten weil ich nächste Woche eine Konferenz in Athen habe wo ich ihn auftritt habe Und manchmal ist es ja ganz hilfreich wenn man sich mal darauf vorbereitet

00:02:00: Auftritts.. Das kann ganz spannend hab ich gerade bei LinkedIn gesehen.

00:02:03: Das ist das World Beautiful Business Forum.

00:02:07: Das ist eine Konferenz, die seit zehn Jahren gibt von Tim Leberrecht und Til Grosche vom House of Beautiful Business.

00:02:14: Und ich bin da schon öfter gewesen und freue mich da sehr drauf weil es ist ne ganz ungewöhnliche Wirtschaftskonferenz.

00:02:20: Stichwort beautiful business, Wirtschaft anders interpretiert und sagt ja natürlich geht's auch darum dass es funktionieren muss.

00:02:27: Und das geht um Zahlen und es geht um Gewinne.

00:02:29: aber man kann es schöner oder weniger schön machen mal sehr einfach formuliert und man kann das empathische und weniger empathisch machen.

00:02:36: und das sind so die Themen die da kommen.

00:02:37: und das Programm ist immer sehr variantenreich und Leer.

00:02:42: Steinacker und ich wir werden zusammen einen Auftritt haben zum Thema the unspeakable world Die unbeschreibliche Welt.

00:02:49: Vielleicht musst du einmal erklären Wer Lea eigentlich ist und was hinter diesem Titel steckt.

00:02:54: Genau, also Lea Steinacker und ich haben gemeinsam mit Verena Pauster ja die Ada Learning gegründet und machen auch sonst relativ viel.

00:03:02: wir haben mir auf das Buch über KI alles überall auf einmal zusammen geschrieben und haben eben auch diesen Auftritt.

00:03:09: Ja, wir arbeiten gerade an einem neuen Büchlein.

00:03:11: Ich sage extra Bücheln weil es nicht wieder mit der Hundert-Achzigseiten werden soll.

00:03:15: Am Ende dann vielleicht doch aber mal sehen.

00:03:17: Nee

00:03:17: ich glaube nicht!

00:03:18: Das wird auch eher sozusagen ein etwas manifestartiges oder pumpfledartiges kleines Werk.

00:03:24: und da geht es genau um dieses Thema.

00:03:27: was bleibt eigentlich für uns Menschen in einer Zeit?

00:03:30: In der künstlichen Intelligenz das was durch die Aufklärung als außergewöhnlich und als den menschlichen USP betrachtet haben, nämlich das menschliche Denken.

00:03:39: Die menschlichere Kognition.

00:03:41: was bleibt wenn KI das besser kann?

00:03:43: Als wir?

00:03:44: KI rationalisiert uns das Denken gerade unter dem Hintern weg um es mal auf den Punkt zu bringen.

00:03:51: Und das führt ja durchaus zu einer Sintkrise nicht nur am Arbeitsmarkt da werden wir vielleicht noch darüber sprechen sondern an vielen Stellen haben halt uns sehr intensiv damit beschäftigt und das aus philosophischer, aus sozialurgischer Sicht angeschaut.

00:04:02: Auch aus ökonomischer Sicht!

00:04:04: Und man kommt immer mehr dazu zu sagen wir haben das alles was wir brauchen um gut zu überleben in dieser Zeit.

00:04:11: aber es wird nicht sein indem wir Menschen zur Maschinen machen die schneller denken sondern es wird sein indem Wir uns auf das besinnen was sie jenseits der reinen Aufklärung des Kogito ergo so liegt nämlich die Gefühle die Intuitionen die Erfahrung dass das Momentum, was du als Erlebnis, als Erfahrung oder auch als Präsenz mit anderen Menschen hast.

00:04:32: Und darum geht es in dem Vortrag.

00:04:33: Du bist wahnsinnig viel unterwegs gewesen diese Woche!

00:04:35: Ich war ja froh, dass ich mal nicht reisen musste, dass sich einfach nur vier Tage in der Redaktion sein konnte, Konferenzen machen konnte... Nach Hause fahren konnte.

00:04:44: abends keine Hotels, keine Flughäfen.

00:05:01: Eiris Toteles, vier Punkt Null.

00:05:03: Also wir sehen die philosophischen Dinge kommen näher und es ging eigentlich nur um ein Bündengespräch und die Frage wie KI unsere Kommunikation, unsere Entscheidungsprozesse beschleunigt und verändert?

00:05:16: Und das so ein bisschen ja eine Technologie ist, die uns erlaubt mit allem irgendwie kurzer Prozess zu machen weil du diktierst was oder drückst einen Knopf oder tippst auf deinen Screen und schon hast Du halt ein perfektes Ergebnis Während wir Menschen hier eigentlich durch viele jahrzehnte Erfahrungen und Bildung dazu kommen, dass wir wissen... Der Aufwand, die Mühe etwas zu durchdenken ist ja eigentlich schon eine wichtige Voraussetzung dafür dass das Ergebnis dann auch stimmt.

00:05:43: Und wir sehen aus vielen Studien, dass die Toleranz für menschliche Friktion schwindet nach dem Motto wie sollen wir diesen Menschen zusammenarbeiten?

00:05:50: Die haben ständig ne andere Meinung und Nerven und bestätigen mit jedem alles nicht in allem was die KI die ganze Zeit macht.

00:05:55: und das sind halt so Dinge die wir da gestern Abend besprochen haben.

00:05:58: Das war ganz schön!

00:05:59: Ich mag auch Luzern sehr gerne es einfach eine wahnsinnig schöne Stadt.

00:06:02: Aber das ist ein wirklich guter Punkt, da denke ich auch viel darüber nach.

00:06:05: Was ist das eigentlich für eine Gesellschaft in der wir von allen die uns umgeben permanent Bestätigung erwarten?

00:06:12: Friktionen, Widerspruch nicht mehr ertragen können – das erleben wir ja schon in Ansätzen!

00:06:20: Zu all dem kommen wir nachher zurück.

00:06:21: Wir haben einen großen Strauß an Themen heute zu diskutieren, wir wollen erst mal wieder über Donald Trump reden darüber wie er in den vergangenen Tagen aber eigentlich zu jeder Zeit die Nachrichten beherrscht unser Leben beherrscht jede Diskussion am Abendbrotstisch.

00:06:37: wahrscheinlich Wir wollen über Reformen sprechen, vor allem aber über Berbel-Bars.

00:06:41: Die mich diese Woche wahnsinnig aufgeregt hat.

00:06:44: Sie kritisiert die Regierung, die keinen Plan hat selbst, aber kein Problem damit hat als Blockiererin verstanden zu werden – wirklich eine interessante Aussage!

00:06:54: Und zum Schluss widmen wir uns noch einen Begriff der in den vergangenen Wochen aus dem Nichts Aufgetaucht ist, über den wir hier schon gesprochen haben, aber seitdem die ökonomische Debatte geprägt hat.

00:07:05: es geht um das Ghost GDP oder das Geisterbrutto-Inlandsprodukt.

00:07:11: Überall das sprechen wir nach einer kurzen Pause, bevor wir in die Pause gehen.

00:07:15: aber noch ein kurzer Hinweis hin eigener Sache.

00:07:18: Unabhängiger Journalismus und Meinungsfreiheit sind ja ein hohes Gut!

00:07:23: Und mit einem Abo könnt ihr genau das unterstützen, es eigentlich total egal ob ihr das Handelsblatt abonniert oder irgendwelche anderen Medien.

00:07:30: Es hilft überall.

00:07:32: aber zum Tag der Pressefreiheit haben wir vom Handlesblatt ein ganz besonderes Angebot im Programm Das Handles Blatt für zwölf Monate mit fünfzig Prozent Rabatt.

00:07:43: Alle Details und Informationen findet Ihr in den Show Notes.

00:07:47: Miriam Wir sind zurück Und wir haben ja eine Vorbereitung darüber diskutiert.

00:07:50: sollen wir über Donald Trump sprechen, sondern nochmal über die Schüsse bei dem Correspondents-Dinner sprechen.

00:07:56: Und du hattest dann eine ziemlich klare Meinung?

00:07:58: Naja ich habe erstmal gesagt ja super bin ich dabei und wir waren ja beide durchaus angetan und haben dann im Verlaufe von, ich würde sagen, forty Stunden festgestellt wow!

00:08:08: Die Welt dreht sich so schnell weiter dass man irgendwie permanent eigentlich jeden Tag adaptiv und agil damit umgehen muss.

00:08:16: Ich glaube das sind die beiden Worte des Jahres für mich, meine Arbeit auch für diesen Podcasts und die Vorbereitung.

00:08:22: Und dann haben wir uns überlegt es macht Sinn darüber zu sprechen aber auf einer Meta-Ebene weil es glaube ich wirklich darum geht was wir hier beobachten können wie Donald Trump die Themen setzt und was das eigentlich über sein Regierungstil aussagt.

00:08:35: Ganz kurz noch mal für alle, die es nicht mitbekommen haben.

00:08:38: Am vergangenen Samstag stürmte der einundreißigjährige Cole Thomas Allen bewaffnet mit einer Schrotflinte, einer Pistole und messern das Hilton Hotel in Washington.

00:08:49: Dort fand zu diesem Zeitpunkt das traditionelle White House Correspondence Dinner statt.

00:08:53: Ein Secret Service Agent wird bei dem Angriff getroffen überlebt aber dank Schutzweste.

00:08:59: Der Angreifer wird gestoppt und festgenommen.

00:09:02: Was für mich von dem Abend bleibt, ist ein Zitat Donald Trumps.

00:09:06: Noch am Samstagabend nutzte er den Anschlag um für seinen Plan eines riesigen vergoldeten Ballsaals im weißen Haus zu werben.

00:09:14: Hören wir doch da mal kurz rein!

00:09:45: Wir brauchen den Ballroom.

00:09:46: Miriam, was hast du gedacht?

00:09:50: Also ich habe gedacht das ist schon ein sehr auffälliger Zusammenhang ums vorsichtig zu formulieren weil auch nicht nur Trump diesen Ballroom direkt in Verbindung mit diesem veraltelten Attentat bringt, sondern eine ganze Reihe von anderen Regierungsmitgliedern haben das gemacht.

00:10:07: Das Department of Justice hat Druck ausgeübt auf eine Gruppe die aus Preservationsgründen vor Gericht Klage-Eingereichheit gegen die Umbaumaßnahmen weil sie das weiße Haus behalten will wie es ist und gesagt hat wir brauchen den Ballroom nicht.

00:10:21: und das Department of Justices hat halt gesagt so ihr seht jetzt was hier passiert ist jetzt zieht eure Klage zurück natürlich insgesamt schon so wie ein fast abgestimmtes Prozedere.

00:10:33: Und das will ich nicht behaupten, ich sage es ganz deutlich wir wissen das nicht!

00:10:36: Das zweite was ich sehr interessant fand war dass innerhalb von eigentlich vierundzwanzig Stunden berichten die amerikanischen Medien mehr als drehunderttausend Posts unter anderem auf Ex-Emerz Twitter aufgetaucht sind zu diesem vereitelten Attentat unter dem Stichwort staged also inszeniert Und das ist ja schon eine interessante Perspektive.

00:10:57: Wir hatten die Diskussion übrigens bei dem zweiten Attentat auf Donald Trump, es war jetzt ja schon das dritte auch ob die Tatsache da weil er ja der die Faust hochgeregt hat und fight-fight-fight gerufen hat.

00:11:09: Da gab es auch ne sehr intensive Diskussion darüber man die Vermutung aussprechen kann, dass das tatsächlich inszeniert gewesen sei um ihm sozusagen im Wahlkampf einen Schub zu geben.

00:11:19: Jetzt gab es die Diskussion noch viel heftiger und ich finde das interessant zu interpretieren in der Hinsicht dass die Glaubwürdigkeit dieser ja schrecklichen Dinge, die da passieren im Moment angezweifelt wird.

00:11:32: Weil offenbar die gesamte Art und Weise wie Donald Trump in seiner Regierung vorgeht schon inzwischen bei manchen jetzt irgendwie zweifel aufgerufen

00:11:41: hat.

00:11:41: Aber wo stehst du da wenn du drauf blickst?

00:11:44: Ich glaube grundsätzlich nicht an Verschörungstheorien.

00:11:46: Und ich hoffe auch, dass ich mir diese Skepsis...

00:11:48: Das wollte ich nur kurz hergründen?

00:11:50: Nein nein!

00:11:50: Aber ich finde schon interessant zu sehen wie diese Diskussion sich verändert.

00:11:54: Wie drastisch der Zweifel an einem Ereignis was am Jahr wirklich Sorgen machen muss.

00:11:59: Wie drastically dieser Zweifels geworden sind.

00:12:02: Wie die Diskussionen verlaufen und ich glaube schon das man da eine Verbindung ziehen kann zur Glaubwürdigkeit der Politik und der Kommunikation des amerikanischen Präsidenten und der Regierung insgesamt.

00:12:13: Für mich bleibt nach diesem Wochenende auch ein Blick auf Medien und vor einem Medienvertreterinnen-Vertreter dort im Ballsaal.

00:12:22: Einige haben großartigen Journalismus gemacht, Videos gemacht und gezeigt was da wirklich los war.

00:12:27: andere und das fand ich wirklich interessant haben sich wie Influencer mit Selfies selbst gefilmt und der Welt mitgeteilt wie sie sich jetzt gerade fühlen Und das ist unfassbar und journalistisch.

00:12:40: Es interessiert erst mal niemanden, wie sich irgendeine noch so wichtige Medienfigur in der Sekunde in diesem Saal fühlt.

00:12:47: viel interessanter ist, was es wirklich passiert.

00:12:50: Was sind die Dinge, die man sieht?

00:12:52: Das wäre Journalismus und da haben sich einige wirklich aufgeführt wie Influencer.

00:12:56: Aber es passt natürlich zu der gesamten Interpretation einer Bewirtschaftung von Öffentlichkeit, wie wir sie jetzt gerade auch diskutieren weil Donald Trump hat selber ja nach dem Attentat auf seinem Netzwerk Truth Social einen Post veröffentlicht.

00:13:16: lasst die Show weiterlaufen.

00:13:18: Es fiel eine bemerkenswerte Reaktion auf die Tatsache, dass man gerade fast einem Attentat sozusagen zum Opfer gefallen wäre und ich glaube man könnte sagen das ist das Motto dieser gesamten Regierung.

00:13:29: es ist eine Show und es gibt nur einen Host dieser Show und das ist Donald Trump.

00:13:33: Das ist total interessant.

00:13:34: um nochmal auf mein Medienargument zurückzukommen Die Medien haben seit Beginn der zweiten Amtszeit Donald Trumps Keine Antwort darauf gefunden, wie sie über Donald Trump und seine Regierung berichten sollen.

00:13:46: Ja was die Mädchen machen ist ein bisschen wie Selbstmord aus Angst vor dem Tod.

00:13:50: also Sie haben sozusagen Sie finden einen Informationsökosystem in der an dem Abend in diesem Ball saal hunderte von Journalistinnen und Journalisten sind.

00:14:00: aber die breaking news kommt von wem?

00:14:02: Von Donald Trump Posted über die Verhaftung, er postet das erste Foto des vermeintlichen Täters.

00:14:09: Er posted die folgenden Updates.

00:14:11: Er poste sogar darüber wann dieser Gala Abend nachgeholt werden soll obwohl er überhaupt nicht der Gastgeber ist.

00:14:18: Er ist ja ein eingeladener.

00:14:19: also Trump bestimmt wirklich die gesamte öffentliche Diskussion twenty four seven und ich glaube die Medien schaffen es nicht tatsächlich etwas dem entgegenzusetzen wie du das gerade beschreibst Und deshalb werden sie jetzt Schritt für Schritt teilen, dieses Prozess ist.

00:14:34: Aber das ist sicherlich nicht hilfreich.

00:14:35: Sie

00:14:35: sind ja schon die ganze Zeit?

00:14:37: Ja!

00:14:37: kann man sagen.

00:14:39: Manche mehr, manche weniger würde ich sagen.

00:14:40: es gab ja wieder jetzt Jimmy Kimmel der von diesmal Donald Trump und Melania Trump dazu aufgefordert worden ist zurückzugehen bzw sein Netzwerk ist aufgeforderd worden ihn zu freuern nicht das erste mal wie wir wissen.

00:14:53: also es gibt so einzelne die schon sehr deutlich da Positionen beziehen auch auf die Gefahr hin dass das zurückschlagen wird.

00:15:00: aber viele tun uns auch nicht.

00:15:02: Das zu diesem Agenda Setting hast du mir vor ein paar Tagen erzählt ein Paper gerade geschrieben.

00:15:06: Ja tatsächlich, ich habe ein wissenschaftliches Paper geschrieben mit zwei Kollegen und Kolleginnen die das sozusagen sich mit dieser Frage beschäftigt.

00:15:15: Was sehen wir hier eigentlich?

00:15:16: Weil unser Argument ist dass das eigentlich keine neue Art von Regierung ist sondern eine bestimmte Regierungsform Die konsequent zwei Dinge ausnutzt.

00:15:27: Das eine ist Aufmerksamkeit ist immer ein knappes Gut.

00:15:30: Wir Menschen können nicht unsere aufmerksam auf alles parallel richten.

00:15:34: Das heißt, wenn du diesen Aufmerksamkeitsraum gut bewirtschaftest dann kriegst du sozusagen die Attention der Leute.

00:15:41: und das zweite ist der Mechanismus der digitalen Plattform.

00:15:43: Alles kann sehr schnell skalieren wird sehr schnell über Engagement Algorithmen in die Extreme getrieben und wenn man das beide zusammenpackt dann muss es gar nicht so zu sagen ein zwanghaftes Regime sein wie bei sonstigen autoritären Regimen sondern es geht eigentlich darum dass man Kontrolle über das Informationsökosystem gewinnt und dadurch ein Land fast wie ein autokratischer Herrscher fühlen kann.

00:16:08: Und wir haben das halt Aufmerksamkeitsautoritalismus genannt als einen neuen Regierungsstil, der ähnliche Folgen haben kann wie autoritäre Regime.

00:16:16: sie haben aber auf einer ganz anderen Ebene des Zielereins.

00:16:19: Es

00:16:19: ist sicherlich ein Land, aber es ist nicht mittlerweile die ganze Welt.

00:16:23: er beherrscht ja die Debatten überall in Europa, in Asien.

00:16:27: alle fragen sich was ist das nächste?

00:16:29: Was passiert Woche gesehen, wie ein Arabisch-Nehmerater auf einmal aus der OPEC ausgetreten sind.

00:16:35: Das ist ja auch eine direkte Folge der Politik von Donald Trump vor wenigen Stunden die Drohung der Amerikaner dass sie vielleicht ihre Truppen aus Deutschland abziehen könnten.

00:16:45: es kommt ja quasi im stundentakt neuer Wahnsinn mit dem sich die Welt beschäftigen muss.

00:16:51: Die Lage wird dadurch so kompliziert und übersichtig das sich viele in Publikum einfach genervt abwenden.

00:16:58: Ich glaube du hast recht, dass das hat einen globalen systemischen Charakter oder eine globale systemische Auswirkung weil ja natürlich auch dieses System ob das das energiesystem das weltwirtschaftssystem das handelsystem die sind hier auf informationsaustausch angewiesen oder sie sind zumindest anfällig für bestimmte Themen und bestimmte Probleme, die in diesem Informations-Ökosystem auftauchen.

00:17:20: Und wenn Trump das so bestimmen kann, dann verursacht er halt Chaos im Wesentlichen – und Chaos ist nie gut!

00:17:27: Man weiß nicht was in wenigen Stunden Thema sein wird.

00:17:31: Ein kleines Beispiel heute Morgen aus der Konferenz.

00:17:33: Der Ölpreis erreicht einen neuen Höchststand seit Monaten.

00:17:38: Die Märkte reagierten nervös.

00:17:43: Donald Trump lässt sich gerade erklären, was für weitere militärische Optionen er im Iran hat.

00:17:48: Auf einmal neue Nervosität an den Märkten?

00:17:52: Ja!

00:17:52: Keiner weiß, wie das in den nächsten drei Stunden weitergeht.

00:17:54: Gibt es die nächste Eskalation morgen?

00:17:56: Gibt's eine Deeskalation?

00:17:58: Das ist ein praktisches Beispiel für diese Abhängigkeit der Welt von bestimmten Informationsprozessen und wie sich das dann sozusagen im realwirtschaftlichen Preisfolgen abbildet.

00:18:11: Und das ist schon beängstigend mehr.

00:18:15: Miriam nach einer kurzen Pause wechseln wir das Thema.

00:18:18: Wir wollen über Reformen sprechen, wir wollen über die Bundesregierung sprechen und über die Frage, warum sich die Bundesregierung so wenig mit der Zukunft beschäftigt.

00:18:27: Und weil in Berlin so wenige Zukunftsthemen diskutiert werden wollen wir das tun und einmal die Frage stellen wie künstliche Intelligenz die Arbeitswelt verändert?

00:18:37: Miriam, wir sind zurück und normalerweise sprechen wir ja erst am Ende dieses Podcasts darüber was uns aufgeregt hat.

00:18:43: Ich möchte jetzt aber schon früher damit beginnen weil ich mich wirklich geärgert habe und zwar über SPD-Chefin und Arbeitsministerin Bärbel Baas.

00:18:54: Warum?

00:18:54: Das hören wir uns jetzt an!

00:18:56: Und ich lasse ehrlicherweise nicht zu, dass permanent behauptet wird die SPD würde jede jegliche Reform in diesem Lande blockieren.

00:19:05: Reform um der Reform willen ist für mich keine Reform sondern sie muss am Ende auch was bringen!

00:19:16: Und wir haben hier vorgelegt.

00:19:18: Ich sage bei der Grundsicherung, bei der Sozialstaatskommission und wir werden das auch bei den anderen Bereichen noch tun.

00:19:24: aber ich sage auch ganz deutlich ja ich blockiere da wenn es darum geht Rechte für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer abzubauen die Debatten die wir in den letzten Wochen hatten Karenztage wieder einzuführen des kranken Geld zu kürzen Die Lohnverzahlung zu verändern Das sind alles Dinge die auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen werden.

00:19:45: Miriam, das war Berbel Baas auf einer SPD-Veranstaltung in NRW.

00:19:49: Wenn du das so hörst was geht dir durch den Kopf?

00:19:52: Ich wundere mich in welcher Blase Berbel Bas unterwegs ist.

00:19:56: Das ist wahrscheinlich die Blase der SPD oder eines Teils der SPD und... Ich finde wirklich bemerkenswert, wenn ich so Sätze höre wie Reform um der Reform willen.

00:20:06: Was soll das denn heißen?

00:20:08: Wir machen doch keine Reformen um der reform Willen sondern wir brauchen dringend Reform in allen Bereichen von den Sozialsystemen über das Arbeitsrecht bis hin zum Gesundheitssystem bisschen über Mobilitätssysteme.

00:20:21: Wir haben so viel Baustellen dass diese Diskussion für mich abenteuerlich ist und auch diese Positionierung.

00:20:30: dass Bärbel Baas vielleicht gar nicht klar ist, wer eigentlich ihre Zielgruppe ist.

00:20:34: Bei Bärbl Baas habe ich wirklich das Gefühl, dass sie sehr viel mehr ihre Genossinnen und Genossen der SPD im Blick hat als dass sie als Ministerin das Wohl den Menschen bei uns im Land im Blick hatte.

00:20:44: Weil wenn Sie das im Blick hätte dann könnte sie nicht zu dem Ergebnis kommen, dass hier irgendwelche Reformen der Reformwillen betrieben werden.

00:20:50: Und sie

00:20:50: könnte auch nicht zur Diagnose kommen, blockiert und das auch einfach noch offen zugibt.

00:20:59: Ja, auch die Kommunikation dazu – Sie hat ja noch mehr gesagt, sie hat ja auch gesagt es fehlt in dieser Bundesregierung ein Plan.

00:21:05: also wenn dass einen Oppositionspolitiker sagt habe ich dafür sehr viel Verständnis so ist das parlamentarische System heraufgebaut.

00:21:11: aber Berbel-Bas ist ja Hallo Mitglied dieser Bundesregierung.

00:21:15: Also wenn ein Plan fehlt dann macht doch verdammt nochmal einen.

00:21:18: Das

00:21:18: ist ein wirklich bemerkenswertes Zitat und auch das habe ich mitgebracht.

00:21:22: Das sollten wir in die Diskussion jetzt einfach mal einbringen, weil das ganz viel darüber aussagt wie Die aktuelle Bundesregierung über die Zukunft denkt.

00:21:31: Das heißt, welche Branchen, welche Bereiche müssen wir jetzt auch stärken und vor allen Dingen mit Innovationen und Fördergelder versorgen.

00:21:40: Damit diese Standorte gesichert werden können und vor allem für die Beschäftigten klar ist welcher Standort, welcher Bereich in Chemie, Automobil oder Stahl bleibt dann auch an welchem Standort erhalten?

00:21:51: Dafür braucht es meines Erachtens einen einen guten Plan.

00:21:55: Jetzt verrate ich kein Geheimnis, dass aus dem Wirtschaftsministerium... Ich bin dafür nicht zuständig vom Ressort her aber es ist wichtig das aus den Wirtschaftsministerien eben auch diese Impulse kommen, dass wir wissen welche Branche welcher Standort soll geschützt werden.

00:22:11: Was wird daraus sehen?

00:22:13: oder was wir aus diesen Aussagen heraus hören sind die Lebenslügen von Jahrzehnte langer Wirtschaftspolitik in Deutschland.

00:22:22: Nicht nur SPD, aber sehr viel SPD.

00:22:25: Fangen wir mal an... Also

00:22:27: ich würde einmal widersprechen, weil wir hatten ja auch mit Angela Merkel ne Bundeskanzlerin der Union die jetzt auch nicht die größten wirtschaftspolitischen Reformen umgesetzt hat und wir hatten mit Gerhard Schröder einen Kanzler der die Agenda Jahrzehntzigzehn umgesetzt hatte.

00:22:43: Die Arbeitsrechtspolitisch eine wirklich gute Voraussetzung für Wirtschaftswachstum.

00:22:49: Das war gar nicht der hundert Prozent richtig.

00:22:51: das war aber nicht der Punkt auf den ich hinaus wollte.

00:22:53: Ich wollte auf die Zitate hinaus Wir müssen Branchen mit Innovationen und Fördergeldern versorgen.

00:23:00: Was sagt das eigentlich aus über das Bild, dass die Bundesarbeitsministerin von der Wirtschaft hat?

00:23:07: Schocking!

00:23:08: Es ist schockierend muss ich wirklich sagen weil wir reden hier über eine Ministerin, Fünfzig bis siebzig Jahren Erfahrungen nach Ende des Zweiten Weltkriegs offenbar sich nicht historisch angeschaut hat, was wir aus der Kohleindustrie und aus anderen Stahlindustrien gelernt haben könnten.

00:23:28: wenn wir dahin gucken würden, dass genau dieses Vorgehen mit Subventionen alte Strukturen zu erhalten um bloß nicht zuzulassen.

00:23:37: Dass der Wandel global passiert wie jetzt durch KI zum Beispiel und durch andere Dimensionen das bei uns so umgesetzt wird, dass die Unternehmen eine Chance haben sich zu verändern?

00:23:48: Sollten wir mauern den Status quo ein am besten noch den von gestern um bloßen nicht irgendwie vorbereitet zu sein.

00:23:54: Und

00:23:54: das ist genau der Punkt.

00:23:56: seit Jahrzehnten bedeutet Wirtschaftspolitik in Deutschland alles dafür zu tun, dass es der verbrennergetriebenen Automobilindustrie, der Chemieindustrie und dem sonstigen verarbeiteten Gewerbe gut geht.

00:24:09: Dass sie einfach so weitermachen können wie in den vergangenen Jahrzehnten.

00:24:12: In dieser Zeit hat sich die Welt aber dramatisch verändert.

00:24:15: Die Bundesarbeitsministerin Glaubt aber, wenn sie über die Zukunft spricht.

00:24:20: Das ist ausreichend über Standort-Garantien, Arbeitsplatzgarantie in der Chemie und Autobranche zu sprechen!

00:24:29: Sie verwechselt also die Vergangenheit mit der Zukunft?

00:24:32: Absolut ja und ich finde natürlich auch einen Satz ganz bemerkenswert den wir gerade gehört haben dass es das Wirtschaftsressor.

00:24:40: Ich bin dafür nicht zuständig.

00:24:42: Also wenn das die Haltung in unserer Bundesregierung ist, bei einem Gremium was gemeinsam dieses Land regiert, dass einzelne Mitglieder sagen ich bin dafür nicht zuständig und das auch noch öffentlich tun um der Kollegin in dem Fall dann einen ordentlichen Seitenhieb zu geben.

00:24:59: Dann ist das ein Stil, der ist ja aus meiner Sicht fast schlimmer als das was wir in der Ampel erlebt haben.

00:25:04: Das unterstreicht die Diagnose, die ja dieser Tage viele machen.

00:25:07: Wir erleben historische Tage in Berlin Und nach den vergangenen achtundvierzig Stunden frage ich mich, wie diese Koalition eigentlich weitermachen möchte.

00:25:19: Einfach nur ein Zitat das heute Morgen groß die Runde gemacht hat bei einer Parteiveranstaltung am Dienstagabend kritisierte SPD-Fraktionschef Matthias Mürsch den Bundeskanzler auf eine Art und Weise – wie ich sehr lange nicht gehört habe – er sagte es sei ein Riesenproblem dass März so ein impulsiver Mensch sei und nannte als Beispiel die Aussagen des Kanzlers zur Basisrente.

00:25:46: Und sagte dann, so kann man eigentlich kein Kanzleramt führen?

00:25:51: Das Problem ist nur diese Geschichten hört man ja auch sozusagen aus dem Kanzeramt selber.

00:25:57: Es ist nicht nur so das es aus der SPD kommt sondern Man hört, dass Thorsten Frey der Kanzleramtsminister Einläufe bekommen haben soll von seinem Bundeskanzler, seinem Vorgesetzten.

00:26:08: Und das sind alles Signale, dass hier vieles nicht stimmt.

00:26:13: Ich glaube es bringt jetzt auch nichts, wenn wir es nur auf einzelne Personen wie Bärbel Baas oder in dem Fall auf den Bundeskantler fokussieren.

00:26:20: Es ist eine Konstellation die sich nicht gefunden hat

00:26:24: und es sind zwei Parteien Die In absoluter Panik sind.

00:26:28: die CDU muss fürchten, dass die AfD irgendwann so weit in den Umfragen vorn ist.

00:26:34: Dass sie einen nahezu uneinholbaren Abstand hat.

00:26:38: Die

00:26:38: ist ja an erster Stelle.

00:26:39: bei der Sonntagsfrage ist die AfD inzwischen vor der Produktion.

00:26:42: Das

00:26:42: haben wir letzte Woche schon besprochen.

00:26:44: es kann nur sein das es irgendwann einen so großen Abstand gibt, dass sich die CDU dauerhaft zurückfällt und das ist natürlich ein Riesenproblem.

00:26:51: in dem Moment wird Friedrich Merz seine Partei endgültig verlieren.

00:26:58: Absoluten Desaster in ihrem einstigen Stammland Nordrhein-Westfalen.

00:27:02: Ich kann das wirklich, also mich beschäftigt das wirklich.

00:27:05: ich denke da... Echt viel drüber nach und ich frage mich, wie das sein kann.

00:27:09: Weil es geht für mich gar nicht darum ob die AfD jetzt zwei oder drei Prozent oder auch nur ein Prozent vor der Union liegt und stärkste Partei in den Umfragen ist.

00:27:17: Wir reden seit Jahren über die Frage, wie wir Deutschland aus diesem Tief- und aus dem Stillstand rausbekommen?

00:27:24: Und ich kann zwei Dinge wirklich nicht beantworten!

00:27:26: Ich finde da keine Antwort.

00:27:27: Vielleicht hast du eine.

00:27:28: Die erste ist Wie kann es sein dass in der Abwägung der Prioritäten wenn dieses Land da steht wo es steht Gut.

00:27:36: Wie kann es sein, dass in der Abwägung der Prioritäten nicht die oberste Priorität für diese Regierung ist zu sagen wir müssen über unsere eigenen Schatten springen und eine gemeinsame Lösung finden?

00:27:45: Und das zweite was ich auch nicht verstehe ist wie kann es ein, dass man persönliche Befindlichkeiten in Auseinandersetzung

00:27:52: usw.,

00:27:52: dann die ganze Zeit weiter pflegt anstatt an der Sache zu arbeiten und zu sagen Wir haben nur diese Chance!

00:27:58: Wir haben diesen Moment bevor die nächste Bundestagswahl kommt und danach wird's wirklich übel.

00:28:04: werden beides nicht begreifen.

00:28:06: Ich würde dir in einer Diagnose nicht folgen, dass persönliche Befindlichkeiten so sehr im Zentrum stehen.

00:28:12: Das was wir erleben in Berlin ist aus meiner Sicht die Folge der Erkenntnis das beide großen Regierungsparteien auf ihre Weise in eine Existenzkrise stecken.

00:28:22: Das

00:28:22: ist ne gute Diagnosis und ich finde es sehr überzeugend.

00:28:27: nur das lässt ja wirklich auf gar nichts hoffen!

00:28:30: Und jetzt setze ich noch einen nach.

00:28:32: Nachdem sie sich nicht einigen konnten, ein großes Reformpaket zusammenzubauen in der Villa Borsig vor anderthalb Wochen verfolgt man ja die Strategie jetzt in einzelnen kleineren Schritten voranzugehen.

00:28:44: Das ist aber eine Strategie, die zu noch mehr Streit und Konflikten und aufeinenden Auseinandersetzungen führen wird.

00:28:52: Denn der Vorteil eines großen Reformpakets – das hat mein Kollege Julian Eug sehr schön im Handelsblatt kommentiert heute Morgen Der Vorteil eines großen Reformpakets ist es, dass man Kompromisse schließen kann.

00:29:04: Die SPD kriegt im Sozialbereich etwas – da kann die CDU dann möglicherweise mitgehen weil sie auf der anderen Seite eher im Bereich Entlastung des Mittelstandes Zugeständnisse bekommt.

00:29:14: Jetzt wird jedes Thema einzeln angepackt!

00:29:17: Die Verletzungen und die kleinen Gewinne, die man mitträgt werden für jedes Thema einzeln ausgehandelt.

00:29:23: Dafür wird es immer stärker zu einem Konsensprodukt...

00:29:26: Es wird auch eine Bürokratisierung der Reform werden weil du jedes einzelne Ding jetzt wieder entsprechend ausgleichen und aufsetzen musst?

00:29:34: Und der Streit wird jedes Mal von neuem losgehen!

00:29:37: Ja

00:29:38: und die großen Zusammenhänge wie Entlastung, Beelastung Einnahmen Ausgaben, die ja nun Stichwort Haushalt Einfach zusammenhängen könnte man im großen Wurf natürlich nicht einfach, aber als Gesamtes viel besser austarieren.

00:29:53: Als das mit allen einzelnen Reformchen jetzt gehen kann.

00:29:56: Und

00:29:56: Roland Koch der ja eine ganze Weile auch sehr nahe mit Friedrich Merz war hat es vor einigen Wochen in der FHZ ganz gut aufgeschrieben.

00:30:05: er hat sehr klar gemacht dieses Fenster größere Dinge zu verändern wird sich sehr bald schließen.

00:30:11: wir haben nach dem Sommer dann die ganzen Landtagswahlen in Ostdeutschland.

00:30:15: Das ist nicht die Zeit für große Reformen.

00:30:17: Dieses Reformfenster ist noch wenige Wochen geöffnet und aktuell gibt es kein Hinweis darauf, dass die Bundesregierung die Kraft findet diese Reform auch

00:30:26: durchzubringen.".

00:30:27: Ich würde gerne noch eine Sache sagen zum Thema Kommunikation in der Bundesregierung insbesondere des Bundeskanzlers.

00:30:34: Friedrich Merz hat ja ein Spiegelinterview gegeben.

00:30:36: dann hatte er etwas bemerkenswertes gesagt.

00:30:38: Er hat gesagt ich bin unzufrieden mit der Atmosphäre die in Deutschland herrscht.

00:30:43: Er sagt dann, es gibt ja einen tiefen Umbruch und dann sagt er darauf müssen wir uns einstellen.

00:30:47: aber das ist noch nicht gelungen weil viele ihren Besitzstand waren wollen und sich gegen jede Veränderung wären.

00:30:54: ich würde gerne sagen Herr Bundeskanzler Das stimmt so nicht.

00:30:57: Sie haben noch gar nicht ausprobiert, ob die Deutschen sich gegen Veränderung wehren weil sie haben ja noch keine Angebote gemacht.

00:31:02: und ich bin auch unzufrieden mit der Atmosphäre, die in Deutschland herrscht wegen des Mangels an Reformwillen- und Reforminitiativen.

00:31:09: Und ich finde es wirklich nicht in Ordnung dass man die Bevölkerung jetzt sozusagen mal auf diesem Wege anschnauzt das sie dafür zuständig sind und verantwortlich sind Dass die Regierung nicht in die Puschen kommt.

00:31:19: Das ist eine Verdrehung von Ursacherentwirkungen.

00:31:22: Das ist

00:31:22: übrigens einer der Punkte die mich am meisten überraschen.

00:31:25: Vor einigen Wochen haben wir ja über diese bemerkenswerte Reformrede von Lars Klingbeil bei der Bertelsmann Stiftung gesprochen, auch hier im Podcast.

00:31:33: Friedrich Merz hat bis heute keine Antwort darauf gefunden.

00:31:37: und selbst in diesem Spiegelinterview was du gerade zitierst steht zu größeren Reformideen überhaupt nichts drin!

00:31:43: Keine größere Idee in welche Richtung sich das Land entwickeln sollte?

00:31:47: Und was ist die Grundlage für Veränderungsbereitschaft?

00:31:51: dass du Menschen mit einer Idee begeistert mit einer positiven Vision von der Zukunft.

00:31:57: Und davon ist die Bundesregierung und davon ist auf Friedrich Merz meilenweit entfernt, wenn sich schon die Bundesregierung keine Gedanken über die Zukunft macht wollen wir es hier wenigstens im Podcast tun.

00:32:08: das ist ja unsere Mission hier.

00:32:09: ein Thema dass mich bei dieser Debatte der vergangenen Tage immer wieder beschäftigt hat war die Frage was die KI Revolution nicht nur für die Wirtschaft bedeutet sondern für das Wirtschaftswachstum in Zukunft und für die Arbeitswelt.

00:32:24: Und ich musste immer wieder an eine Folge denken, die wir vor einigen Wochen mal aufgenommen hatten.

00:32:29: Das war kurz nachdem ein amerikanisches Analysehaus Citrini Research ein bemerkenswertes Paper veröffentlicht hat.

00:32:38: Darin hat einen Analyst die These aufgestellt das KI zu so einer Art Ghost-GDP führen wird, also Geisterbruttoinlandsprodukt.

00:32:48: Und dieses Paper hat für extrem viel Wirbel und starke Reaktionen an der Börse gesorgt.

00:32:54: Erinnerst du dich noch daran?

00:32:55: Ja na klar erinnere ich mich da dran!

00:32:56: Wir hatten da eine sehr intensive Diskussion darüber und wir können ja vielleicht nochmal kurz erklären was Ghost- GDP bedeutet.

00:33:04: Ghost-GBT ist im Grunde genommen ein Phantom Bruttoinlandsprodukt, also einen Wachstum das zwar in den Statistiken erscheint, was ja erstmal gut ist aber nie in den Lohntüten der Leute auch wenn es die so heute nicht mehr gibt ankommt.

00:33:16: Das heißt, es landet nicht in den Lebensrealitäten der Menschen und das Argument ist eben dass KI der Motor des Wachstums sein soll Und das bleibt aber unwirklich.

00:33:28: Das endet sozusagen dann in einem Extremszenario, wo es nicht nur um ein Ghost-GDP sondern eine ganze Ghost Economy geht weil KI halt Informationsgüter produziert oder auch...

00:33:38: Also Software zum Beispiel alle möglichen anderen

00:33:41: Dienstleistungen betreiben kann Aber diese ganzen Güter eben automatisiert produziert werden aber die Löhne dabei immer runter gehen Weil

00:33:49: keine Menschen mehr involviert sind?

00:33:50: Genau!

00:33:50: Menschen arbeiten nicht und haben sie auch keine Kaufkraft mehr konsumieren nicht mehr und die Realwirtschaft bleibt maximal stagnierend oder fällt sogar wirklich ab.

00:34:03: Das ist das ist die Bedrohungslage, die in diesem Ghost-GPT sozusagen versteckt

00:34:07: ist.

00:34:07: Weil Maschinen abends nicht ins Restaurant gehen weil sie nicht in Konzerte gehen stirbt dieser Teil der Wirtschaft dann aus?

00:34:14: Genau man könnte sich natürlich überlegen ob es uns gelingt Roboter zu entwickeln Elon Musk wäre da sicher ansprechbar für die dann in ein von Menschenbetriebenes Restaurant gehen, um dort irgendwas zu verzehren.

00:34:25: Was immer das sein kann.

00:34:26: Vielleicht sind es auch nur Wasser was durch die Durchläufte, durch bestimmte Schläuche oder so?

00:34:31: Dafür bezahlen sie dann in einer Realwährung sodass die Leute dann verdienen weil das Restaurant Umsatz macht wäre aber sagen wir keine Sinnhafte Ökonomie, wenn ich das mal so sagen darf.

00:34:41: Genau

00:34:41: diese Diskussion ging jetzt weiter.

00:34:43: bevor wir da aber darauf einsteigen würde ich gerne noch einen kurzen Ausflug.

00:34:47: Ich erinnere mich dass du dich ja intensiv mit den KI und Arbeitsmarktfragen beschäftigst Und das ist glaube ich wichtig um zu verstehen wie diese Debatte weiterläuft.

00:34:56: also vielleicht nochmal für mich ein kleines Update was sehen wir jetzt gerade in den Zahlen im Arbeitsmarkt?

00:35:03: kommt KI da jetzt an?

00:35:05: kommt die Arbeitslosigkeit, die viele befürchtet hatten.

00:35:08: Die Automatisierung, die auch viele Angestellte mit großer Sorge erwarten?

00:35:13: oder ist es alles übertrieben?

00:35:15: Ich glaube, übertieben ist das nicht.

00:35:16: Es wird schon so sein, dass Automatisierung kommt und zwar eben in Bereichen von denen wir bis vor einigen Jahren noch geglaubt haben, dass wir geschützt seien – in den White-Color Jobs, wo Wissensarbeiterinnen und Wissenarbeiter drin sind.

00:35:30: Aber jetzt muss man sagen, bislang – und das wird ja auch sehr intensiv diskutiert – sehen wir nicht so einen starken Effekt am Arbeitsmarkt.

00:35:36: Bislang sehen wir das was mit der KI passiert und wie viel wir darüber reden nicht in den Daten Und es gibt jetzt gerade eine neue Studie von Goldman Sachs, von der Investmentbank.

00:35:45: Die festgestelltert das KI- in dem Grunde Null zum US-Bruttoinlandsprodukt Wachstum beigetragen hat.

00:35:55: Trotz Investitionen von über vierhundert Milliarden USD.

00:35:59: Das ist ja schon krass!

00:36:00: Ein kasses Ungleichgewicht.

00:36:02: und dann gibts noch ne interessante Befragung des National Bureau of Economic Research Also auch aus den USA, da haben die sechstausend CEOs und CFOs aus verschiedenen Ländern befragt.

00:36:11: Und neunzig Prozent der Leute haben gesagt sie sehen keine messbare Produktivitätsstreigung durch KI.

00:36:17: So jetzt könnte man sagen also vielleicht ist es nicht so schlimm?

00:36:20: Mein Argument ist doch ich glaube das wird.

00:36:22: es dauert nur eine Weile.

00:36:23: wir kennen das ja weil der der Ökonomie Nobelpreisträger Robert Solow hat ja diesen Satz über das ausbleibende Produktivitätswachstum gesagt, das Solo-Paradox.

00:36:35: Man sieht

00:36:35: Computer überall nur nicht in den Produktivitätstatistiken?

00:36:38: Genau und

00:36:38: es hat eben tatsächlich fast zwanzig Jahre gedauert bis das angefangen hat dass wir's wirklich gesehen haben.

00:36:43: Weil

00:36:43: die Computer lange braucht ein bisschen einen Bürostand.

00:36:46: Es brauchte bestimmte Netzwerkeffekte die erstmal eintreten mussten und es brauchte auch eine große Reorganisation der Unternehmen und der Wirtschaft bevor das wirklich wirken konnte.

00:36:57: dann hatte sie aber gewirkt Und ich glaube, bei KI müssen wir also auch davon ausgehen.

00:37:01: Wir haben ein Timelack und eine Zeitverschiebung zwischen dem was jetzt passiert mit der Technologieentwicklung und dem was am Arbeitsmarkt wirklich sich zeigt.

00:37:09: Ich vermute dass die deutlich kürzer sein wird Aber das wird dann schon kommen.

00:37:14: Und wenn man jetzt mal einmal die größeren Szenarien sich anschaut, kann man glaube ich sagen es gibt so drei Perspektiven, die wir überlegen können dass eine wäre Wir gehen jetzt da dran und fangen an mit einer klugen Arbeitsmarktpolitik Die Vorbereitung zu treffen.

00:37:30: Das hat sehr viel mit dem zu tun was wir gerade im Hinblick auf die deutsche Bundesregierung.

00:37:34: darüber

00:37:34: sollte sie nachdenken.

00:37:36: allerdings genau Das wäre ein Weg, um die Koordination von menschlicher Arbeit und KI wirklich gut aufzusetzen.

00:37:43: Das zweite ist eben diese frustrierende Perspektive dieser Ghost Economy wo wir alle zu Hause sitzen, die Maschinen arbeiten und wir haben nichts davon weil das GDP zwar wächst aber es kommt nicht mehr in der realen Wirtschaft an.

00:37:55: Und das dritte wäre eben Es gibt eine Verschiebung in der Wirtschaft von Konsumgütern, materiellen Konsum-Gütern zu anderen Gütern.

00:38:03: Wie ist die in der Vergangenheit schon paar Mal gegeben hat?

00:38:06: In der Wirtschaftsgeschichte?

00:38:08: diese drei Szenarien haben wir.

00:38:09: und

00:38:10: das letzte Szenario ist eben das was ich absolut interessant finde.

00:38:14: mit diesem dritten Szenarium steigt Ökonom Alex Imas ein von der University of Chicago.

00:38:22: Und das ist wirklich eine sehr, sehr interessante Arbeit die ich vor ein paar Wochen schon gelesen habe und über die ich gerne meinem Detail mit dir sprechen möchte.

00:38:30: Seine These ist dass es einen beim Blick auf die Frage wie KI die Wirtschaften vor allem die Arbeitswelt verändert?

00:38:38: Ein Wirtschaftszweig oft unterschätzt wird nämlich der der relationalen Ökonomie.

00:38:47: Ich erkläre dir gleich, was das ist.

00:38:48: Er beginnt seinen Aufsatz mit Starbucks und Starbucks hat vor einiger Zeit eine große Strategie begonnen immer mehr Dinge zu automatisieren.

00:39:00: am Ende sollte sich jedes Kaffee zu einer vollautomatisierten Pick-up Station für Kaffe entwickeln.

00:39:06: dafür ist das Geschäftsmodell eigentlich auch super geeignet.

00:39:09: man bestellt sein Kaffe über eine App dann wird er von irgendwelchen Maschinen fertig gemacht und einfach nur an einem Fenster ausgereicht.

00:39:15: Man kann gleich

00:39:16: weitergehen.".

00:39:17: Das Problem daran war, dass Starbucks dadurch immer weiter in die Krise gerutscht ist.

00:39:22: Der neue CEO hat diese Strategie gestoppt – und geht nun dazu über wieder mehrbares das einzustellen!

00:39:30: Menschen einzuställen, die Namen wieder handschriftlich auf die Becher schreiben und in Kaffee auch nicht nur in Pappbechern ausreichen, sondern im Keramiktassen.

00:39:39: Und die Idee dahinter ist, dass das Café wieder zu einer menschlichen Begegnungsstätte werden soll – das ist die ganz klare Ansage!

00:39:48: Der Ökonom Imas sagt nun, das ist genau der springende Punkt.

00:39:53: In einer Zeit, in der Maschinen die Produktion von Waren immer billiger machen wird es dazu führen, dass Waren günstiger werden?

00:40:03: Es gibt aber andere Dinge, die klapper werden in einer Zeit in der Waren immer günstiger werden.

00:40:08: Nämlich Produkte oder Dinge ,die von Menschen geschaffen werden wo Menschen Teil des Produktes sind.

00:40:15: und das ist in Begegnungsstätten wie Cafés so.

00:40:19: Das is in Restaurants so!

00:40:20: Das es in Sportstudios so wenn du einen super guten Personal Trainer hast.

00:40:28: Koch an den Tisch kommt und mit dir persönlich darüber spricht, was er sich dabei gedacht hat.

00:40:32: Was er da tut und sich Feedback abholt.

00:40:34: Es ist übrigens

00:40:35: auch in Klamottenläden so wo man gerade nackt in der Umkleidekabine steht und feststellt dass die Hose die man mitgenommen hat nicht passt und man sich dann entweder ganz anziehen muss oder sich grob verhüllt wieder in den Verkaufsraum begeben muss um die nächste größere oder kleinere Hose selber zu holen weil entweder gar keine Menschen mehr da sind oder die die da sind grade etwas anderes zu tun

00:40:57: haben.

00:40:58: die Knappheit verschiebt sich damit zu allem, wo Menschen Teil des eigentlichen Werts des Produktes sind.

00:41:05: Warum ist das so?

00:41:06: Weil in einer Zeit, in der Waren günstiger werden, weil sie billiger produziert werden, verschiebt sich die Konsumeneigung und Menschen konsumieren wenn Sie mehr Geld zur Verfügung haben nicht mehr von den Produkten, die billiger werden sondern sie konsumierend andere Produkte.

00:41:22: war auch so als Die Landwirtschaft automatisiert hatte, Lebensmittel günstiger wurden.

00:41:28: Haben die Menschen nicht einfach mehr Lebensmittel gekauft sondern ihr Geld für andere Dinge ausgegeben und die These von IMAAS ist dass Menschen dann eher Güter der relationalen Ökonomie, der Relational Economy kaufen werden.

00:41:41: Und das finde ich eine wirklich interessante These weil er sagt, dass das ein Feld ist in dem viele neue Arbeitsplätze entstehen werden.

00:41:49: Das kann man auch weiter denken.

00:41:50: Das sind Menschen die live auf der Bühne performen.

00:41:53: Da sind Musikerinnen und Musikerkünstler aber es sind auch Erzieherinnen Lehrer

00:41:59: Auch

00:41:59: Ärzte die dir helfen im Alter noch länger gesund zu bleiben.

00:42:02: Ich glaube das ist auch ein Wirtschaftszweig den wir auf keinen Fall unterschätzen sollten.

00:42:06: Wenn das Handelsblatt mal vollautomatisiert ist, kannst du immer noch mit deiner Geige auftreten in dieser neuen Ökonomie?

00:42:11: Ich

00:42:11: kann... Ob das dann jemand hören will weiß ich nicht so genau aber ich denke schon intensiv darüber nach ob wir einen Fehler machen beim Blick auf diese Revolution die KI-Revolution diesen Teil der Ökonomie zu übersehen.

00:42:24: Den machen wir auf jeden Fall.

00:42:25: Na klar!

00:42:26: Und das hat ein bisschen was mit dem, was wir am Anfang diskutiert haben zu tun, dass wir glauben... Wir reagieren auf diese neue Ökonomie im besten, indem wir uns maschinesieren und alles schneller und besser und gleichförmiger machen.

00:42:40: Genau

00:42:40: und wir müssen doch das stärken, was uns Menschen ausmacht.

00:42:43: und wenn wir über das Bildungssystem sprechen, das haben wir hier ja im Podcast vor einigen Wochen getan ist mir im Nachgang nochmal aufgefallen hätten wir viel intensiver darüber sprechen müssen, was uns als Menschen eigentlich auszeichnet.

00:42:55: Das heißt also nochmal auch an dich als Professorin die Frage Was sollen Eltern eigentlich bei ihren Kindern fördern und wie genau?

00:43:04: Und was sollen Kinder lernen und studieren?

00:43:06: Was würdest du raten?

00:43:07: Also der Anfang von allem würde ich sagen ist Kommunikation miteinander reden.

00:43:12: Also gerade das Beispiel Starbucks gebracht, das habe ich am letzten Samstagmorgen.

00:43:16: Ich war auf dem Weg zu einer Lehrveranstaltung und hab mir auf den Weg bei Starbucks in Sankt Gallen und im Bahnhof einen Machalate geholt.

00:43:22: Und das ist ein Starbucks der wirklich toll gemanagt ist von einem Schweizer, der da schon ganz lange ist.

00:43:28: Den treffe ich fast jedes Mal.

00:43:29: Der ist immer selber hinter der Theke und macht das alles!

00:43:32: Und ich war irgendwie eigentlich gar nicht so gut gelaunt.

00:43:33: Es war auch noch sehr früh... ...und als er das wieder machte und einen kleinen Plausch mit mir gehalten hat, dann habe ich gesagt, wissen Sie was?

00:43:38: Das hier ist der netteste Starbucksladen, den ich kenne.

00:43:41: Und da hat er sich total gefreut und ich hatte auch gleich bessere Laune, bin weitergegangen.

00:43:45: Das sind ja die Momente, die einen Unterschied machen.

00:43:50: oder die Kollaterallerscheinung unserer eigentlichen Ökonomie.

00:43:55: Und wenn natürlich er Recht hat mit seinem Aufsatz und seiner Prognose, dann würden wir das verschiften weil wir uns darauf stärker konzentrieren können, weil wir auch Zeit dafür haben.

00:44:04: Es funktioniert allerdings nur unter der Voraussetzung dass wirklich dann genug sozusagen im Wirtschaftskreislauf für die Löhne da bleibt, dass Menschen wirklich die unteren Ebenen sichert haben,

00:44:20: durch Lohn

00:44:20: und dann darauf einsteigen

00:44:22: zu können.

00:44:22: Da geht ja auch einen in seinem Aufsatz und sagt diese Übergang dieser Schift in der Wirtschaft kann nur funktionieren wenn es nicht eine radikale Veränderung ist sondern wenn das über die Zeit kommt.

00:44:34: sollte es ein schlagartiger Automatisierungsschub kommen wird diese Veränderungen nicht funktionieren Dann werden sehr viele Menschen arbeitslos und dann werden wir im düsteren Szenario sein nochmal eine Sekunde über diese Jobs nachdenken, die ich gerade genannt hatte.

00:44:50: Dann ist ja Kommunikation bei all diesen Jobs im Zentrum.

00:44:54: auch Ärzte zum Beispiel werden sich ja nicht mehr hinter ihren Daten und Analysen verstecken können weil das einfach Maschinen heute in vielen Fällen schon besser können.

00:45:04: worauf es ankommt in Zukunft ist es jemandem wirklich zu berühren emotional und mit exzellenter kommunikation.

00:45:13: Ich bin deswegen auch überzeugt, dass eine der absoluten Zukunftsberufe Kommunikationsberatung sein wird.

00:45:20: Weil Menschen in einer Welt, in der es extrem darauf ankommt den richtigen Ton zu finden, Menschen an der richtigen Stelle zu berühren die richtigen Worte finden

00:45:31: Ja, und es ist auch wirklich nicht trivial.

00:45:34: Man glaubt ja immer man wäre sozusagen mit Kommunikation geboren weil das zum Menschen gehört und das ist ein totaler Unsinn!

00:45:39: Du musst das wirklich trainieren und man macht jeden Tag ganz viele Fehler selbst als totaler Profi... Das

00:45:45: höre ich jedes Mal wenn ich unseren Podcast nochmal durchführe.

00:45:48: Auch das?

00:45:49: Absolut aber natürlich auch im Umgang, im sozialen Umgang

00:45:52: mit anderen.

00:45:52: Man verfällt es mir wahnsinnig schwer.

00:45:54: Kannst du den Podcast noch mal anhören oder hörst du's nicht?

00:45:56: Das

00:45:56: ist interessanterweise unterschiedlich.

00:45:58: also Manchmal, wenn ich wirklich so auch gestresst war in der Vorbereitung, möchtest du dann eigentlich nicht mehr hören.

00:46:05: Manchmal wenn ich freue daran hatte höre ich dann schon nochmal rein weil ich auch denke es ist natürlich gut sich selber auch noch mal so zu Feedbacken und durchzugehen und zu merken da habe ich mir zu oft eher gesagt oder hier hab ich mich wiederholt oder viel zu schnell gesprochen.

00:46:18: das das ist ja schon ganz hilfreich wenn man sich das nochmal anguckt

00:46:20: eine nahezu null Toleranz gegenüber Fehlern, die ich mache oder Dinge, die nicht optimal laufen.

00:46:27: Sobald ich eben an genau so einer Stelle vorbeikomme wo ich merke, ich war zu schnell das Argument war eigentlich gar nicht gut auf den Punkt gebracht muss ich es ausschalten kann ich es nicht weiter hören.

00:46:35: Ach interessant!

00:46:37: Dann bist du sehr hart zu dir.

00:46:38: Ich glaube, dass wir in Zukunft auch mit Fehlertoleranz und Ambiguität wieder besser umgehen lernen müssen weil das ist das was wir halt haben und was uns ausmacht und woraus oft wirklich tolle Dinge entstehen wenn man miteinander in Missverständnissen verwoben ist.

00:46:57: und dann irgendwann festzustellen, dass zwar jetzt aufgeklärt werden muss aber dass sich dadurch etwas Neues ergeben hat was irgendwie eine interessante Perspektive eröffnet hat.

00:47:04: Und es ist übrigens auch interessant Relationale Ökonomie ja sehr auf Begegnung setzt, auf Live-Events.

00:47:11: Und was zeichnet all das aus?

00:47:14: Gerade so live Events?

00:47:15: dass Fehler passieren, dass man Menschen mal in einer authentischen Situation erlebt, dass sie vielleicht ein bisschen aufgeregt sind und bis heute ist es ja so, dass Menschen anderen Menschen beim Schachspielen zugucken obwohl das ein Computer mittlerweile viel besser kann.

00:47:30: Und warum ist das so?

00:47:31: Weil Menschen dann eben doch manchmal sehr absurde Dinge machen, ihnen Fehler passieren und das müssen wir glaube ich zur Kenntnis nehmen.

00:47:39: Lass mich noch einen letzten Gedanken zu diesen Ausführungen von Imas machen!

00:47:45: Das ganze Konzept hat natürlich Probleme vor einem eine zentrale Schwäche sie fokussiert sich ausschließlich auf reiche Länder die diesen Strukturwandel finanzieren können, sie klammert die Frage aus wie es in den Ländern weitergeht.

00:48:04: Die heute dafür verantwortlich sind günstig Waren herzustellen, die in Zukunft automatisiert produziert werden können.

00:48:12: und für diese Länder gibt es ganz fürchterliche Szenarien.

00:48:15: Es gibt aber auch mäßig bis optimistische Szenario.

00:48:18: ich wollte nur sagen das klammern wir jetzt hier aus.

00:48:21: uns ist das bewusst.

00:48:23: Nur wenn man die ganze Welt anschaut, dann werden die Veränderungen sehr unterschiedlich einschlagen in den verschiedenen Regionen.

00:48:29: Aber eine interessante Frage ist ja neben dieser Differenzierung, die wirklich wichtig ist auch also machen wir denn jetzt?

00:48:36: Was wird aus unserem Podcast in der relationalen Ökonomie?

00:48:39: Ja ich glaube und Podcast sind übrigens auch ein interessanter Aspekt.

00:48:44: Alex Imas hat untersucht wie Milliardäre konsumieren.

00:48:47: Weil seine These ist, dass in einer Welt, in der wahren günstiger Durchautomatisierung produziert werden, werden viel mehr Menschen so konsumierend können als Milliardere.

00:48:57: Das heißt die Mittelschicht wird sich in diese Richtung entwickeln.

00:49:01: und wie konsumiere Milliardären?

00:49:04: Sie versuchen unverwechselbare Produkte zu kaufen, die dadurch unverwechselbar sind das Menschen involviert waren also natürlich Kunstwerke Aber auch Live-Events.

00:49:14: Sie konsumieren viele Podcasts und ich glaube, das ist so eine Entwicklung die wir erleben werden.

00:49:21: Wir gehen ja heute schon darauf zu.

00:49:23: Es gibt viele Menschen, die sich mit ihren Podcast selbstständig machen in den USA.

00:49:28: Gibt es einen kleinen Boom um so Minimedienunternehmen herum?

00:49:32: Und das sind aus meiner Sicht zu der ersten Anfänge.

00:49:34: davon werden wir viel mehr sehen.

00:49:37: Das sind dann Persönlichkeiten, die auch auftreten werden.

00:49:40: Die große Hallen füllen?

00:49:41: Es gibt einige dieser Stadienfühlen...

00:49:43: Live-Events!

00:49:44: Ich glaube das ist ein Punkt, dass haben wir ja schon in der Musikindustrie festgestellt, dass bei alten Diskussionen um den Ruin dieser Branche durch Digitalisierung, durch erste CDs und dann eben Streaming Das boomt die

00:50:02: Konzertbranche.

00:50:02: Das ist ein super Beispiel für genau diese Entwicklung!

00:50:04: Das ist

00:50:04: genau diese relative Ökonomie, weil du gehst da rein und du erlebst wirklich nur einmal diese Situation...

00:50:11: Gemeinsam mit anderen Menschen, das ist ja der Wert so einer Veranstaltung.

00:50:16: Wenn du jetzt... ...vierfünfundzwanzig wärst, fertig mit dem Studium?

00:50:20: Was würdest du mit dem Wissen machen in deinem Leben?

00:50:25: In welche Richtung würdest Du gehen?

00:50:29: Für die relative Ökonomie würde ich wahrscheinlich vielleicht sowas wie eine Zertifizierungsagentur für das echt menschliche

00:50:39: gründen.

00:50:40: Das klingt fürchterlich!

00:50:42: Ich habe jetzt gerade überlegt, dass ich versuche was zu gründen.

00:50:47: Was schön ist aber auch skalierbar.

00:50:49: das Schöne daran, dass es eben um echte menschliche Beiträge geht.

00:50:53: Es kann um menschlichen Kunst gehen Musik Texte alles was du dir vorstellen kannst Veranstaltungen und dass man da ein Siegel für entwickeln könnte wo du dich sozusagen zertifizieren lassen kannst also sowas wie Der MÜV statt der TÜV.

00:51:12: Aber das würdest du wirklich gründen?

00:51:14: Oder ist das nur so eine intellektuelle Idee?

00:51:16: Nein,

00:51:17: ich könnte mir vorstellen, dass es funktioniert.

00:51:18: Es gibt übrigens eine Bewegung die ein Siegel für No AI entwickelt gerade um bei allen möglichen Dingen, bei Romanen und so weiter belegen zu können, dass das wirklich ein menschliches erschaffenes Werk ist.

00:51:34: Ich habe ja als Traum seit vielen Jahren eigentlich mal ein Hotel aufzumachen.

00:51:42: Ich bin totaler Hotelfan

00:51:45: und

00:51:45: zwar nicht so diese großen Riesenpaläste, sondern ich bin Riesenfan von kleinen Hotels mit sechs Zimmern an seltsamen Orten, an beeindruckenden Orten.

00:51:58: Und das ist glaube ich genau das was diese neue Wirtschaft auch auszeichnet?

00:52:02: Das sind Kleine Orte, die Erlebnisse möglich machen und Erinnerungen möglich machen.

00:52:07: Oh

00:52:07: ja!

00:52:07: Die Reiseindustrie und die Hospitality-Industrie wenn sie es gut macht steht im Zentrum einer solchen Relationale Ökonomie.

00:52:15: Cool Ich frag dich jetzt außerhalb des Podcasts nachher was deine Lieblings-Kleinhotels sind weil wenn du's hier sagst dann sind die ganz schnell ganz voll.

00:52:23: und das war

00:52:24: natürlich nicht Ja und damit sind wir auch schon fast am Ende dieser Woche.

00:52:33: deswegen die Frage an dich Was hatt ich?

00:52:35: in den vergangenen Tagen aufgeregt?

00:52:37: Etwas, das sehr schön mit dem gerade diskutierten Thema zusammenpasst.

00:52:41: Mich hat die Diskussion über ein bedingungsloses Grundeinkommen aufgereght...

00:52:44: Ah!

00:52:45: Das uralte Thema.

00:52:46: Wer sonst Elon Musk wieder ins Gespräch gebracht hat sind immer die Tech

00:52:50: Bros.,

00:52:51: die das bringen ob das Sam Altman ist oder wer mal.

00:52:53: jetzt war es Elon Musk der auf X geschrieben hat Ein universelles Grundeinkommen in Form von Schicks der Regierung Ist der beste Weg um der durch KI verursachten Arbeitslosigkeit zu begegnen.

00:53:04: Da habe ich mich echt drüber aufgeregt, weil ich dachte Hallo ihr mit euren Technologieentwicklungen seid Teil dieser möglicherweise verursachten Arbeitslosigkeiten.

00:53:12: Ihr soll der Staat also Schicks ausgeben damit ihr einfach weitermachen könnt.

00:53:15: Denkt doch bitte mal darüber nach was ihr tut.

00:53:18: und Ich glaube sowieso nicht an dieses bedingungslose Grundeinkommen Weil ich denke Menschen finden in Arbeit ja nicht nur etwas wie sie Geld verdienen sondern Sie finden in arbeit auch Purpose Sinngebung, Identität und das kann man nicht einfach wegnehmen.

00:53:32: Und diese Debatte ist so zu kurz gesprungen und so reduziert und so interessensgeleitet dass ich es wirklich echt grauenhaft finde.

00:53:41: Wusstest du eigentlich, dass das Thema Grundeinkommen was ja oft den Linken eher zugeschrieben wird?

00:53:47: Eigentlich eine urneoliberale Idee ist.

00:53:50: Ja ja das weiß ich.

00:53:51: Von

00:53:51: Milton Friedman in Chicago entwickelt worden dem Vertreter der neoliberalen Schule.

00:53:57: Ich glaube, wenn man das auf einer theoretischen Ebene anschaut ist es eine geniale Idee.

00:54:03: Ich glaube nur nicht dass sie funktioniert unter den Bedingungen wie unser Arbeitsmarkt und unsere Welt ticken im Moment.

00:54:10: Und ich glaube auch, dass Milton Friedman an manchen Stellen sehr kognitiv-reduktionistisch.

00:54:18: Aber sein

00:54:18: Konzept war ja eine negative Einkommenssteuer und dahinter steckt die Idee.

00:54:22: in einer Welt, in der es halt Menschen gibt, die sehr wenig verdienen und nicht die Möglichkeit haben viel zu verdienen muss man die unterstützen damit die noch Teil des Wirtschaftslebens bleiben können.

00:54:32: In der Zeit auf die wir jetzt zulaufen ist das aus meiner Sicht schon eine legitime Frage

00:54:37: Absolut.

00:54:40: Der Teufel ist im Detail, wie du es umsetzen willst und wir haben einfach so viele Sozialsystem-Herausforderungen im Moment dass ich nicht glaube das eine Idee da noch ein bedingungsloses Grundeinkommen jetzt draufzustülpen irgendwie funktionieren kann.

00:54:54: Wir haben nur vor ein paar Wochen über den einen OpenAI Investor gesprochen der selbst in der FT die Diskussion angestoßen hat das Steuersystem zu verändern weil KI bedeutet dass einige Firmen und Investoren diese Firmen riesige Kapitalentkünfte haben werden in den nächsten Jahren.

00:55:11: Diese Automatisierungstechnologie führt aber möglicherweise dazu, dass Jobs in hoch bezahlten Industrien verloren gehen und nur noch Jobs in niedrig bezahlte Industrie entstehen.

00:55:23: Und da über eine Neugestaltung des Steuerrechts nachzudenken finde ich extrem wichtig!

00:55:28: Das ist eine andere Frage absolut

00:55:29: und das haben wir eben übrigens vergessen bei der Diskussion um die relative Ökonomie.

00:55:34: Ein Schiff von der Besteuerung, von Arbeit hin zur Besteuern von Kapital wird unerlässlich sein in dieser Ökonomie über die wir da geredet haben.

00:55:43: Und ich glaube das ist etwas was auch die Bundesregierung sich jetzt angucken müsste wenn sie über eine Steuerreform redet aber das tut es ihnen natürlich

00:55:49: nicht.

00:55:49: Da haben wir dann trotzdem noch Einigkeit gefunden dass sie sich absolut genauso... Woher

00:55:53: hast du dich denn aufgeregt?

00:55:54: Ich fühle mich eher angeregt durch eine Diskussion in Großbritannien und habe mich aufgereght dass diese Diskussionen in Deutschland nicht stattfindet.

00:56:01: Die dortige Technologieministerin Liz Kendall hat in einer Rede diese Woche eine KI-Strategie für ihr Land vorgestellt.

00:56:10: Okay, Deutschland hat ja auch mal eine aufgestellt aber sie haben ein sehr aktuelles Programm und hinter diesem Programm stecken sehr konkrete Pläne – eine souveräne Infrastruktur, eine eigene Chipstrategie und einen KI-Fonds erstmal ausgestattet mit fünfhundert Millionen Pfund KI-Startups zu unterstützen.

00:56:34: Und bevor wir uns in Deutschland jetzt über all diese Themen zerlegen, würde ich mir wünschen dass wir so ein Programm diskutieren.

00:56:42: Das kann meinetwegen anders aussehen das kann größer ausgestattet werden, fünfhundert Millionen sind jetzt auch nicht die Welt.

00:56:47: nur das wäre eine Diskussion die uns im Moment weiter helfen würde.

00:56:50: stattdessen diskutieren wie über Standorte in der Automobilindustrie und der Chemieindustrie und zerlegen uns über die Frage wie das Gesundheitssystem in Zukunft aussehen soll.

00:57:01: Das ist aus meiner Sicht ein Riesenfehler.

00:57:02: Ich weiß, dass Carsten Wildberger an vielen dieser Themen arbeitet aber was uns fehlt?

00:57:08: es eine coherente KI-Strategie über alle Ministerien und über alle Fachbereiche hinweg.

00:57:14: da könnte Deutschland wirklich nachlegen.

00:57:19: Was macht ihr trotz allem Hoffnung?

00:57:21: Das ist was Kleines für mich als Nerd eine Gadget Perspektive, die aber möglicherweise zu einem interessanten systemischen Wechsel führen könnte.

00:57:31: Ich habe gelesen es hat irgendwo ein League gegeben einer Produktbeschreibung des OpenAI jetzt darüber nachdenkt einen KI Smartphone zu entwickeln und zwar basierend nicht mehr auf Apps sondern auf Agents, auf Agenten.

00:57:44: Und das finde ich sehr interessant weil du hast ja inzwischen wirklich so ein Gerät in der Hand Da hat dem Motto, there's an app for that bei jeder Frage.

00:57:53: Ich weiß nicht wie viele Apps ich auf meinem Handy habe wahrscheinlich sind es hundertfünfzig oder sowas für verschiedene Dinge und das ist ja eine sehr abgeschlossene Ökonomie die auch von den großen Konzernen sehr stark dominiert wird usw.

00:58:08: Und auch irgendwie ein bisschen mühsam ist.

00:58:09: war damals vor vielen Jahren ne tolle Revolution?

00:58:12: inzwischen glaube ich gäbe es bessere Ansätze Agents einsetzen könnte, um diese Aufgaben mit sehr viel weniger Partialisierung dessen was ich da auf dem Telefon alles runterladen und bezahlen muss zu machen.

00:58:27: Dann finde ich das total interessant und ich weiß gar nicht ob es wirklich kommt

00:58:31: oder stimmt.

00:58:31: Würdest du dir das kaufen?

00:58:32: Ich würde das auf jeden Fall ausprobieren wollen und vermutlich ist dein Kauf dafür eine Versorgung.

00:58:37: Also

00:58:37: auf jeden fall muss man tatsächlich damit rechnen dass dieses Jahr ein Gadget von OpenAI kommt.

00:58:42: Das könnte auch ein Kopfhörer sein!

00:58:43: Ich bin super gespannt wie die KI dann in Gadgetform aussieht.

00:58:48: Das ist interessant, mein Hoffnungsträger hat auch mit Technologie zu tun.

00:58:54: ich habe in den letzten Wochen beobachtet dass sich zur Handschrift zurückgekehrt bin.

00:59:00: das fing irgendwann an kurz bevor ich nach Asien gereist bin.

00:59:04: Da fing ich an, das hatten wir einmal kurz im Podcast schon besprochen so Listen zu machen damit ich wirklich nichts vergesse weil ich mit diesen Systemen in Apps und auf meinem Computer nicht mehr klargekommen bin.

00:59:14: Und dieses System habe ich dann einfach beibehalten weil ich in China einen cleanen Rechner mitgenommen hatte aus Sorge vor Abhörmaßnahmen.

00:59:25: was auch immer man sich davor stellen kann.

00:59:27: jetzt hab' ich festgestellt Ich bin einfach dabei geblieben und es ist total interessant dass ich das Gefühl mir viel mehr merken zu können.

00:59:35: Schreibst du auf Papier?

00:59:36: Ich habe mir ein Gadget besorgt, das heißt Remarkable.

00:59:40: Das ist sowas wie elektronisches Papier.

00:59:43: Sieht so aus wie ein Kindle.

00:59:45: Wir hätten mal einen Kindl von Amazon bestellen können.

00:59:47: damit kann man auch schreiben mit der einem Version und es ist wie elektronices Papier und man kann endlos weiter schreiben.

00:59:56: Man kann Dinge umkreisen sie markieren unter Streichen löschen mein Gefühl Dass ich viel besser erinner, was wir vor zwei oder drei Tagen in irgendwelchen Meetings besprochen haben.

01:00:08: Wenn das nächste Meeting beginnt habe die Aufzeichnung vom letzten Mal sofort parat.

01:00:12: bisher war es so dass sich nie so genau wusste.

01:00:14: habe Ich das im Apple Notizen festgehalten?

01:00:17: hatte ich's irgendwo in einer E-Mail zusammengefasst?

01:00:20: Es war ein riesen Chaos.

01:00:22: seitdem ich zurück zur Handschrift gekehrt bin fühle ich mich viel viel besser sortiert.

01:00:26: Das ist wirklich eine gute Nachricht und es hat mein Leben verbessert.

01:00:30: Kann man da auch Sachen reinladen in dieses Gerät?

01:00:32: Du kannst PDFs reinladern, kannst dann unterstreichen.

01:00:36: Kann sie reinschreiben wie auf Papier völlig problemlos ist verknüpft mit dem Internet.

01:00:43: was aber dahinter steckt und da habe ich ein bisschen angefangen zu lesen dass der kognitive Prozess der Handschrift im Gehirn wesentlich aufwendiger ist als in der Tastatur zu schreiben.

01:00:55: er spielten das wurde mit verschiedenen EEG Untersuchungen bestätigt ganz viele unterschiedliche Bereiche im Gehirn an und dadurch wird das Wissen, dass man handschriftlich notiert viel besser verankert.

01:01:08: Ja weil es auch in einem physischen Ablauf von Körperbewegung wenn's auch im Wesentlichen die Hand unterarm ist?

01:01:13: Meine Vermutung ist, dass genau das eine Rolle spielt.

01:01:16: Dadurch dass man Dinge unterstreicht habe ich das Gefühl Dinge auch besser erinnern zu können wo sie genau standen was sich gedacht haben während ich das aufgeschrieben habe.

01:01:23: das hab ich nie auf der Tastatur mit Tippe.

01:01:26: Insofern hat mein Leben wirklich

01:01:28: bereichert.".

01:01:29: Das

01:01:29: gucke ich mir mal an, das ist ja schön!

01:01:31: Damit sind wir am Ende angekommen und heute liest Caroline Weiblen die Credentials.

01:01:38: Vielen Dank fürs Zuhören bei dieser Folge von Mecklen und Mathes.

01:01:58: Wie schön, dass ihr dabei wart!

01:02:00: Abonniert und folgt dem Podcast gerne auf YouTube, schreibt uns bei LinkedIn oder per Mail an mecklenundmathesathandelsblattgroup.com.

01:02:11: Vielen Dank auch an das Handelsblad-Podcast Team, das diese Aufnahme betreut hat – und ein Migo Fäcke für die Postproduktion.

01:02:20: Ein Danke geht an Jan Lutz für die redaktionelle Unterstützung

01:02:25: und

01:02:25: ein Habertünger, der für Schnitt- und Video verantwortlich ist.

01:02:29: Wir sind nächsten Freitag wieder mit einer neuen Episode zu den wichtigsten Themen aus Wirtschaft, Technologie und Politik.

01:02:38: Macht's gut!

01:02:40: Miriam hat Spaß gemacht.

01:02:41: Schön, dass du mal hier warst.

01:02:42: Ja, finde ich

01:02:43: auch.

01:02:44: Feiertag und bis nächste Woche.

01:02:46: Bis nächste Woche.

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